Paukendrainage

Paukendrainage

Ein Paukenröhrchen oder eine Paukendrainage, kennt man gemeinhin nur von Kindern, die diese zusammen mit der „Polypenentfernung“ eingelegt bekommen um das Mittelohr zu belüften.

Aber auch manche Erwachsene profitieren von diesem Eingriff z.B. beim M. Meniere. Der Eingriff kann in örtlicher Betäubung in einer HNO – Praxis erfolgen, falls dies erforderlich sein sollte.

Paukendrainage
Paukendrainage zur Belüftung des Mittelohres

Dieser Eingriff wird durchgeführt, um den Druck im Mittelohr zu stabilisieren. Der Operateur macht unter dem Operationsmikroskop einen kleinen Schnitt in das Trommelfell und setzt (um das zuwachsen zu verhindern) einen kleinen Platzhalter mit einem offenen Lumen in den Schnitt ein. Da diese Plastik oder Metallplatzhalter wie ein kleines Rohr aussehen, hat sich der Begriff „Röhrchen“ etabliert.

Allerdings profitieren nicht nur Kinder von diesem Eingriff. Viele Menschen leiden unter Belüftungsproblemen des Mittelohres. Dieser Umstand kann ebenfalls Schwindel auslösen aber auch viele andere unangenehme Folgen haben. Wenn lange Zeit ein Unterdruck im Mittelohr besteht, dann versucht der Körper in Eigenregie gegen zu steuern und wandelt einen Teil der Mittelohrschleimhaut in einen anderen Zelltyp um. Diesen Vorgang bezeichnet man als Metaplasie. Das Problem ist, dass diese neuen Zellen dann Flüssigkeit produzieren, die zwar in der Lage sind den unangenehmen Unterdruck aus zu schalten aber gleichzeitig das Hören um ca. 30 dB dämpfen.  Alles klingt dann dumpf. Patienten die keinen Druckausgleich machen können haben auch massive Probleme wenn sie in den Urlaub fliegen oder in den Bergen Ski  fahren gehen. Hierbei kann es im Extremfall sogar zu einer als Barotrauma bezeichneten Erkrankung kommen.

Es ist eine häufig getätigte Aussage, dass Kinder mit Paukendrainage nicht schwimmen oder baden dürften. Diese Aussage ist medizinisch schlicht falsch. Es gibt gute Metaanalysen, die das Gegenteil eindeutig belegen. Auch eine Abdeckung oder ein Verschließen des Gehörganges ist unnötig. Lediglich tief tauchen ist ein Problem.

Nach der Einlage eine Paukendrainage sind diese Patienten sofort Beschwerdefrei.

Einige Menierepatienten kann man durch dieses Paukenröhrchen auch von Ihren Beschwerden befreien.