Operative Schwindeltherapie

Operative Schwindeltherapie

Nicht immer lassen sich durch Medikamente oder auf die Erkrankung zugeschnittene Übungen Erfolge erzielen. Daher ist es gut, dass es für viele Schwindelerkrankungen auch operative Hilfestellungen gibt. In den meisten Fällen stehen wir aber auch dem Standpunkt. Eine operative Schwindeltherapie bedeutet nicht zwangsläufig einen großen Eingriff. Schon ein Schnitt in das Trommelfell der problemlos in örtlicher Betäubung erfolgen kann – bringt vielen Patienten eine große Verbesserung Ihrer Schwindel – Symptomatik.

Die beste Operation ist die, die nicht gemacht werden muss

Man sollte zunächst alle anderen Maßnahmen ausschöpfen, bevor man zu Radikalmaßnahmen greift, denn in vielen Fällen sind diese meist nicht mehr ungeschehen zu machen.

Das wichtigste ist hier, dass man sich an eine klare Reihenfolge hält wenn es um die Frage von Operationen geht. Ein gutes Beispiel in diesem Zusammenhang ist der Morbus Meniere. Wenn sich medikamentös keine Besserung erzielen läßt, sollte als erste Maßnahme ein Versuch mit einer Paukendrainage erfolgen. Nur wenn diese keinen Erfolg zeigt, empfehlen wir eine Saccusexposition durchführen zu lassen. Bei dieser Operation wird der bindegewebige Schlauch des Gleichgewichtorgans oberhalb des Sacculus von seiner knöchernen Hülle befreit. Das eigentliche Organ wird nicht verletzt. Im Gegensatz zur Saccotomie wo man noch einen Schritt weiter geht und direkt einen Entlastungsschnitt in den Sacculus hinein durchführt. Hier wird jetzt noch eine Drainage eingelegt, damit der Überdruck abfliessen kann.

Man kann auch das gesamte Labyrinth opfern wenn z.B. Tumore entfernt werden müssen oder einzelne Bogengänge gezielt verschliessen, wie dies bei dem therapieresistenten Lagerungsschwindel oder Bogengangsdehsizenzen teilweise durchgeführt wird. Im Einzelfall wird sogar der Gleichgewichtsnerv durchtrennt um das Gleichgewichtsorgan auf einer Seite aus zu schalten.

Bei derartig weitreichenden Operationen, wie den letzten genannten sollte man nie vergessen, dass auch die zweite Seite noch erkranken kann. Im Fall von der Menier’schen Erkrankung passiert dies sogar in bis zu 50% der Fälle. Daher sollte man lieber den langsamen, steinigen Weg wählen und nicht auf die heilende Operation als erste Alternative schielen