Vestibularisschwannom / Akustikusneurinom

Vestibularisschwannom / Akustikusneurinom

Eine Erkrankung die Schwindelbeschwerden und auch Hörverluste verursachen kann, ist ein Vestibularisschwannom. Häufiger trifft man im sprachlichen Umfeld oder auch im Internet den Begriff Akustikusneurinom an, obwohl dieser genau genommen nicht richtig ist.

Nerven, die Informationen besonders schnell leiten soll besitzen eine ganz besondere Nervenhülle. Diese Hülle bezeichnet man als Schwann’sche Scheide und durch diese partielle Ummantelung des Nerven kommt es zu einem Überspringen dieser ummantelten Anteile des Nerven.  Ein Vestibularisschwannom oder Akustikusneurinom wird zwar medizinisch als Tumor bezeichnet ist aber nicht bösartig und macht auch keine Metastasen (Tochtergeschwülste). Ein Tumor ist für den Mediziner einfach eine Schwellung. Also wenn Sie sich mit dem Hammer auf Ihren Daumen schlagen, bekommen Sie einen Tumor.

Vestibularisschwannom Akustikusneurinom
Im Bild sieht man ein sehr großes Vestibularisschwannom

Der Hörnerv und der Gleichgewichtsnerv verlaufen zusammen als VIII er Hirnnerv durch den knöchernen Hörnerven – Kanal zum Hör und Gleichgewichtsnerv. Das Hör – und Gleichgewichtsorgan liegt geschützt im stabilsten Knochen des Körpers. Wenn jetzt die Nervenhülle in diesem Kanal anfängt zu wachsen, dann dehnt sie sich aus. Diese Ausdehnung führt zu einer Einengung der mit im dem Kanal verlaufenden Nerven. Obwohl die Schwellung und Störung vom Gleichgewichtsnerven ausgeht, kommt es in vielen Fällen als erste Symptome nicht zu Gleichgewichts- sondern zu Hörstörungen.

Vestibularisschwannome lassen sich im CT oder anderen Röntgenaufnahmen nicht darstellen. Im MRT dagegen sind Sie leicht zu erkennen. Bei manchen Patienten ist aber durch Metall im Körper oder durch einen Herzschrittmacher ein MRT nicht möglich.

Einen weiteren Hinweis bietet bei vielen Schwannom Patienten die Hirnstamm – Audiometrie (BERA) mit der die Nervenleitgeschwindigkeit des Hörnerven gemessen wird. Da diese meist verlangsamt ist, ist man früher davon ausgegangen, dass der Mechanismus genau umgekehrt entsteht und dass die Störung vom Hörnerven ausgeht. Mittlerweile weiß man das das falsch ist.

Das Vorgehen nach der Diagnose Stellung ändert sich von Jahr zu Jahr. Aktuell wird mehr zu Wait and see geraten. Operateure empfehlen natürlich mehr Operationen. Zu wenig beachtet werden die Fortschritte in der Bestrahlungs – oder Radiochirurgie.

Die Schwindelambulanz in Sinsheim arbeitet mit anerkannten Experten auf diesem Gebiet zusammen. Während eine normale HNO – Praxis im Schnitt einen Patienten mit diesem Krankheitsbild entdeckt oder behandelt, sehen wir bis zu 7 Patienten mit dieser Diagnose im Monat bei uns in der Ambulanz. Daher haben wir mittlerweile eine große Erfahrung bei dieser seltenen Erkrankung.