Vestibularisparoxysmie

Eine Vestibularisparoxysmie ist ein Kurzschluss zwischen einer Ader und einem Nerven. Man muss sich Nerven als elektrische Leiter vorstellen die eine Information von A nach B transportieren. Wird jetzt auf halber Strecke ein äußerer Reiz angelegt, dann kommt es zu einer fehlerhaften Reizung des Nerven. Das Gehirn weiss aber nichts von dieser Ader und glaubt die Information des Nerven käme z.B. vom Gleichgewichtsorgan und interpretiert diese Stromschwankung als Schwindel. Je länger der Kontakt zwischen Ader und Nerv besteht, desto eher reiben sich diese Strukturen mit und aneinander und verursachen Probleme.

Wir kann die Vestibularisparoxysmie diagnostiziert werden?

Die Vestibularisparoxysmie festzustellen ist nicht einfach. Man kann versuchen durch zu schnelles atmen eine Attacke auszulösen. Aber in der Regel wird eine Kernspintomographie mit einer besonderen Feinschichtaufnahme (CISS oder Space Sequenz) notwendig sein, um zu sehen ob Gefäß-Nervenkontakt besteht. Hier ist es erforderlich, dass die Bilder von einem in der Diagnostik erfahrenen Arzt angeschaut werden. Daher verlassen wir uns auch nie auf die Begutachtung des durchführenden Radiologen allein. Alle Bilder werden von auf unserem eigenen Befundungssystem noch einmal angesehen. Wir können Bilder neu berechnen und durch verschiedene Filterfunktionen Strukturen besser darstellen.

Vestibularisparoxysmie
Hier kann man sehen wie eine Gefäßschlinge sich in den Hörnerven- Kanal hineingestülpt hat. Durch das Pulsieren der Ader entsteht, Schwindel, Hörverlust und Ohrgeräusche wie bei einem M. Meniere

Allerdings kann dieser Kontakt auch bei vollkommen gesunden Personen bestehen (10 bis 30 %).  Die Gabe von Medikamenten und damit Linderung der Symptome kann mitunter der einzige Hinweis sein, das die Diagnose richtig ist. Insbesondere ist es wichtig, die Zusammenhänge zu erkennen. Wenn nicht die optimale Darstellung im MRT gewählt wurde oder gezielt nach dieser Ursache gesucht wurde ist der Befund nicht zu erkennen.

Warum wird in der Schwindelambulanz Sinsheim die Diagnose Vestibularisparoxysmie häufiger gestellt und entdeckt als in anderen Abteilungen ?

Ganz einfach, weil wir gezielt danach suchen. Wir haben festgestellt, dass bei einem großen Teil unserer Schwindelpatienten keine geeignete Bildgebung oder sogar gar keine MRT – Aufnahmen angefertigt wurden. Selbst bei den Patienten die Bilder mitbringen wurden diese Gefäß – Nervenkontakte nicht gesehen oder nicht beachtet weil nicht nach Ihnen gefragt wurde.

Wenn man davon ausgeht, dass nur 10 bis 30% aller Menschen diese Gefäß / Nervenkontakte besitzt, dann ist es auffällig wie viele Patienten mit Schwindelbeschwerden diese anatomische Besonderheit aufweisen.

Behandlungsmöglichkeiten der Vestibularisparoxysmie

Diese Art von Schwindel wird traditionell und laut Leitlinie mit Gabapentin oder Carbamazepin behandelt in Einzelfällen auch chirurgisch durch eine Unterbindung der Ader.

Die Standardtherapie ist sicher die Behandlung mit Carbamazepin. Wenn man die Packungsbeilage von Carbamazepin anschaut, dann bekommt man das Gefühl, dass es ein Medikament ist welches sehr viele Nebenwirkungen hat. Die Angaben in der Packungsbeilage sind aber für Patienten gedacht, die bis zu 1800 mg / Tag einnehmen. Für unsere Patienten brauchen wir nur sehr geringe Dosierungen. Die meisten Patienten kommen mit 200 bis max. 400 mg / Tag gut aus.

Therapien sind immer Einzelentscheidungen, die letztlich auch von der Lage der Adern, der Häufigkeit und Intensität der Anfälle und anderen Faktoren abhängt. Vergleichen Sie sich nicht mit anderen Patienten, jeder Patient ist ein Individuum.

In unserer Ambulanz haben wir zusätzlich auch gute Erfahrungen mit Betahistin, Betablockern oder Flunarizin aber auch Phenytoin, Lamotrigen und manchmal auch Prednisolon  gemacht. Diese Medikamente sind eine wertvolle Ergänzung oder Alternative, falls Standardmedikationen nicht helfen.

Jeder Patient ist ein Individuum und es gibt keine Standardpatienten. Wir bemühen uns für jeden Patienten die individuelle Therapie und Medikation zu finden.

Hilfe durch gezielte Veränderung der Schlafposition

Tatsächlich hilft es vielen Patienten schon eine Schlafposition einzunehmen, die diese Ader während der Nacht gezielt entlastet.

Patienten mit Paroxysmien sind in unserer Ambulanz sehr häufig, weil die Paroxysmie das Chamäleon unter den Schwindelerkrankungen ist und wie ein Morbus Meniere, ein Lagerungsschwindel, eine Vestibuläre Migräne, eine Vestibuläre Migräne oder eine Neuropathia vestibularis aussehen kann.

Nur bei einer vollständigen, ausführlichen Untersuchung und unter Kenntnis der typischen Befundkonstellationen ist es möglich einen M. Meniere von einer Vestibularisparoxysmie zu unterscheiden.

Die gängige Definition dieses Krankheitsbildes (Vestibularisparoxysmie) ist nach unserer Erfahrung schlichtweg falsch und trifft nur auf einen sehr kleinen Anteil der Patienten zu.

Als eine der größten Schwindelambulanzen in Deutschland mit ca. 2500 Schwindelpatienten pro Jahr haben wir bereits sehr viele dieser Patienten helfen dürfen.

Jeder Patient bekommt bei uns die gleiche Sorgfalt, an den Tag gelegt. Nur weil wir mehr Patienten behandeln, werden wir nicht aus Zeitgründen Untersuchungen einfach auslassen und oberflächliche Diagnostik betreiben.

Wir investieren in Personal und Technik, um für jeden genug Zeit zu haben.

Die Schwindelambulanz Sinsheim steht für und auf Fakten. Wir legen Wert auf reproduzierbare, objektive diagnostische Befunde, die gut reproduzierbar sind und gut nachvollziehbar. Daher erhält jeder Schwindelpatient noch am Untersuchungstag alle Befunde in einer Untersuchungsmappe mit

 

Durch unsere sehr speziellen, hochmodernen Geräte zur Diagnostik und Therapie konnten wir schon in sehr schwierigen Fällen große Erfolge erzielen, nicht nur bei der Vestibularisparoxysmie.

Wir können nicht jedem Patienten helfen, aber verlassen Sie sich darauf, dass wir es versuchen !

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