Vestibularisausfall

Vestibularisausfall

Ein Vestibularisausfall heißt medizinisch richtig eigentlich Neuritis oder Neuropathia Vestibularis. Heute unterscheidet man noch, ob der obere Anteil (häufiger) oder der untere Anteil (seltener) – oder beide Anteile (am seltensten) betroffen sind.

Früher dachte man, dass wenn ein Rezeptor ausgefallen ist, dass dieses automatisch für die anderen Rezeptoren auch gelten muss. In den letzten Jahren musste man durch neue Untersuchungsmethoden umdenken. Vieles, was wir bisher für richtig gehalten haben, stellt sich als falsch heraus.

Wir sind heute in der Lage jeden einzelnen Gleichgewichtsrezeptor in seiner Einzelfunktion zu prüfen. Wir sind sogar in der Lage, sogar in verschiedenen Reizstärken zu überprüfen. Alle diese Untersuchungen sind nicht schmerzhaft oder schlimm.

Daher ist auch die häufig zu findende Beschreibung, dass es zu einem Drehschwindel kommen müsste, schlichtweg falsch.

Wenn als Beispiel nur der untere Anteil des Gleichgewichtsnerven die Ursache der Beschwerden ist, dann schwankt und kippt es und dreht sich nicht. Die betroffenen Rezeptoren sind nämlich für Drehschwindel Empfindungen gänzlich ungeeignet.

 

Vestibularisausfall
Das Gleichgewichtsorgan mit seinen verschiedenen Rezeptoren

Daher ist die häufig getätigte Aussage „Schwankschwindel ist Angstschwindel“ in den meisten Fällen überheblicher Unsinn, der vom Unverständnis der Gleichgewichtsmechanik zeugt.

Die Hauptursache eines „Vestibularisausfalls“, bzw. einer Neuropathie  ist eine Durchblutungsstörung des Nervs. Diese kann z.B. durch eine Entzündung des Gleichgewichtsnervsdurch beliebige Ursachen hervorgerufen werden. Ob der Auslöser Viren / Bakterien / Hitze / Kälte / Schlag / Stoß / Unfall / Entzündliche Erkrankungen / Gefäßkontakte / Tumore / Embolien sind, ist letztlich für die Therapie ohne jede Bedeutung. Jede „Entzündung“ führt zwangsläufig zu einer Schwellung des Nerven.

Im Lehrbuch steht: „Eine Entzündung ist eine Reaktion des Körpers auf einen wie auch immer gearteten Reiz“ (Bleyl et al).

Dummerweise kann sich der Nerv im Knochenkanal aber nicht ausdehnen, da er durch den kompaktesten Knochen des Körpers (das Felsenbein) verläuft. Durch die Schwellung drückt sich der Nerv quasi selbst die Luft ab. Es folgt ein Nervenschaden.

Die Therapie besteht in Frühphase der Erkrankung, in der höchsten Gabe Kortison. (In den ersten Tagen helfen auch Mittel gegen Übelkeit, denn den Patienten wird schwindelig) Es dreht oder schwankt permanent und bei geschlossenen Augen werden die Beschwerden eher schlimmer.

Anschließend sollte der Patient möglichst frühzeitig versuchen,den Schwindel zu kompensieren und nicht mehr zu unterdrücken,  denn:

„Unser Körper repariert nichts, von dem er nicht weiß, dass es kaputt ist“.

Wir haben ein spezielles Schwindeltraining entwickelt, bei Ihrem Besuch erhalten Sie entsprechendes Material, so dass Sie schnell Erfolge haben können.

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