Otolithenerkrankungen

Otolithenerkrankungen (Krankheiten der sog. Otohlithenorgane)

Als Otolithenerkrankungen kann man Störungen der Schwerkraftorgane bezeichnen. In unserem Gleichgewichtsorgan im Ohr gibt es nicht nur die sogenannten Bogengänge, die auf Drehreize, bzw. Drehbeschleunigungen reagieren, sondern auch den Sacculus und Utriculus, zwei Gleichgewichtsorgane, die auf die Schwerkraft reagieren. In diesen Organen findet man kleine Kalziumcarbonat(Kalk) – Steinchen, die dazu dienen die Schwerkraft zu verstärken und fühlbar zu machen.

Otolith heißt Ohrstein

Diese Organe sind z.B. für die „Weltraumkrankheit“ verantwortlich unter den Astronauten / Kosmonauten, die in den ersten Tage leiden, wenn sie der Schwerelosigkeit ausgesetzt sind. In den Schwerkraftorganen Sakkulus (für auf und ab) und Utrikulus (für Schräglagen und Beschleunigungen) liegen diese STeinchen auf den eigentlichen Sinneszellen wie eine Decke drauf. Durch das Eigengewicht reagieren diese auf Veränderungen der Schwerkraft oder Kopfbewegungen.

Otolithenerkrankungen
Sakkulus und Utrikulus. Diese Organe registrieren Schwank, Kipp – und Liftbewegungen

Um die Schwerkraft zu verstärken bedient sich die Natur eines Kunstgriffes und verstärkt die Auslenkung der Sinneshäarchen im Ohr mit kleinen Calciumkarbonat – Kristallen. Hierdurch werden Lagenänderung des Körpers registriert werden, auch die, die sich nicht als Folge einer Drehbewegung äußern.

Die Otolithenorgane sind an vielen Erkrankungen beteiligt (z.B. M. Meniere, Weltraumkrankheit oder dem Lagerungsschwindel), Diese Gleichgewichtsorgane können aber auch für sich alleine Ursache für Schwindelerkrankung sein oder werden (Utriculus – oder Sacculusneuropathie) .

Erst in den letzten Jahren haben wir gelernt, dass es isolierte Erkrankungen eines Otolithenorgans geben kann.

Der früher gebräuchliche Merkspruch: „Schwankschwindel ist Angstschwindel“ gehört damit auf die Liste der falschen Merksätze. Leider haben das noch nicht alle Ärzte mitbekommen.

Entwicklungsgeschichtlich handelt es sich bei den Otolithenorganen um sehr alte Sinnesorgane. Fische z.B. benutzen die Otolithenorgane nicht nur als Gleichgewichtsorgan, sondern auch als Hörorgan.

Auch hier kann man je nach Ursache helfen den Schwindel zu bekämpfen. Wichtig ist hier eine gute Diagnostik. Mit einer normalen Standarddiagnostik kann diese Erkrankung nicht erkannt werden. Nur hochspezialisierte Zentren wie die Schwindelambulanz Sinsheim halten diese Untersuchungen vor.

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