Videonystagmographie

Videonystagmographie

Die VideoNystagmoGraphie (VNG) ist eine Untersuchungsmethode des Gleichgewichtsorgans im Ohr. Bei dieser Untersuchung werden die Augen, bzw. die Pupille, mit einer Kamera erfasst und Augenbewegungen werden graphisch in Form eines Nystagmogrammes aufgezeichnet. Die höchste Wichtigkeit bei der Videonystagmographie, kommt hierbei der Geschwindigkeit zu, die die Augäpfel während eines Nystagmus erreichen. Ein Nystagmus ist eine kombinierte Augenbewegung, die aus einer schnellen und einer langsamen Phase besteht. Der Nystagmus erhält seinen Namen nach seiner schnelleren Bewegungsphase, weil diese leichter erkennbar ist.

Die höchste Wertigkeit bei der Diagnostik kommt aber interessanterweise der langsamen Phase zu. Man wertet Computergestützt den Anstieg der Beschleunigungskurve aus und vergleicht diese mit der Gegenseite. Früher –  (und viele Arztpraxen und erschreckender Weise auch Kliniken, die mit Schwindelambulanzen werben, machen das auch heute noch so) – hat man nach der Reizung der Ohren, die Nystagmen unter der Frenzelbrille (Brille mit so starken Gläsern, dass der Patient die Umwelt  nicht erkennen, der Untersucher aber die Augen des Patienten gut sehen kann), ausgezählt und die Anzahl der Augen – Bewegungen miteinander verglichen. Heute weiß man, dass die Anzahl der Augen – Bewegungen nicht so wichtig ist.

Videonystagmographie
Typische Videonystagmographie bei einer akuten Erkrankung des linken Gleichgewichtorgans

Bei der Untersuchung werden die Ohren mit warmer und kalter Luft oder Wasser im Wechsel gereizt und die resultierenden Augenbewegungen aufgezeichnet.

Immer wieder müssen wir feststellen, dass sich Kliniken oder Ärzte auf die vom Computer ermittelten Werte verlassen und nicht die Messkurven selbst beurteilen. Wir haben schon mehrfach Befunde als Normalbefund vorgelegt bekommen, bei denen nicht ein brauchbarer Nystagmus registriert war. Damit bekam der Patient die Diagnose: Normale Gleichgewichtsfunktion“ und hatte in Wirklichkeit eine starke Schädigung des Organs. Nur weil die Untersuchung nicht sauber durchgeführt wurde.

Gerade die Durchführung einer Videonystagmographie verlangt vom  medizinischen Personal und vom Arzt eine erhöhte Aufmerksamkeit, da hier sehr viele Fehlerquellen lauern.

Früher ging man davon aus, dass man vom VNG auf das gesamte Gleichgewichtsorgan Rückschlüsse ziehen könnte. Heute weiß man, dass hier nur der horizontale Bogengang stimuliert wird und dass ein positives Ergebnis nicht automatisch auf eine unauffällige übrige Diagnostik rückschließen läßt. Umgekehrt ist auch so, dass eine auffällige Prüfung keine sicheren Rückschlüsse auf die restliche Diagnostik zuläßt.