VEMP’s

VEMP’s (Vestibulär evozierte myogene Potentiale)

 

 VEMP ist eine Abkürzung für Vestibulär Evozierte Myogene Potentiale. Auf Deutsch könnte man dies so übersetzen: Durch das Gleichgewichtsorgan ausgelöste Muskelströme.
Mit dieser Messmethode kann man Rückschlüsse auf die Funktion der sogenannten Otolithenorgane Sacculus und Utrikulus ziehen. Diese beiden Organe sind Teile des Gleichgewichtsorgans im Innenohr und dienen dazu Schwank – Kipp und Lift oder Fallbewegungen zu registrieren. Wenn bei einem Patienten ein Otolithenorgan ausfällt oder gestört ist, dann kommt es meist zu einem Schwank – oder Kippschwindel.
Der Begriff Otolith läßt sich übersetzen mit  „Ohrstein“. Tatsächlich finden sich in diesen beiden Organen kleine Steinchen oder Kristalle, die man als Otolithen oder Otokonien bezeichnet.
Bei anderen Wirbeltieren dienen diese Organe nicht nur der Gleichgewichtsempfindung, sondern auch als Hörorgan. Wenn man diese Organe mit Schallwellen oder Vibrationen reizt, dann kommt es zu Muskelbewegungen die man über Elektroden auf der Haut registrieren kann. Bei einem zu hohen Druck in diesen Organen oder bei einer Schädigung sind diese Potentiale nicht mehr ableitbar.
Es ist noch nicht lange bekannt, dass man mit dieser objektiven Untersuchungsmethode eine Ursache für Schwankschwindel herausfinden kann. Früher wurde immer gesagt Schwankschwindel ist Angstschwindel. Endlich ist es möglich Patienten denen keiner geglaubt hat zu helfen, weil man Ursachen für Schwankschwindel damit wissenschaftlich einwandfrei dokumentieren und beweisen kann.
Aus einer Schwindelambulanz sind diese Untersuchungen nicht weg zu denken. Die VEMP’s leifern uns wichtige Hinweise auf Erkrankungen des Gleichgewichtssystems.
Eine richtige und überprüfbare Diagnose ist der erste Schritt zu einer erfolgreichen Therapie und hilft Patienten denen keiner mehr glaubt, ihre Beschwerden für andere sichtbar zu machen.
VEMP
Im Beispiel sieht man normale cVEMP’s wobei die Kurve in Deutschland normalerweise genau umgedreht (invertiert) dargestellt wird.
Die Untersuchung ist einfach durchführbar, nicht schmerzhaft und ruft in der Regel keinen Schwindel hervor. Zusammen mit anderen Untersuchungen hilft diese Untersuchung Fehler in der Diagnostik zu erkennen. Wenn als Beispiel ein Patient mit einem angeblichen M. Meniere noch nachweise VEMP’s hat, dann spricht dies gegen die Richtigkeit der Diagnose.
Man unterscheidet die cVEMP’s – wobei c für Zervikal – als Hals steht und ein Mass für die Funktion des Sakkulus ist.
Von den oVEMP’S, die an den Augen (okulär) abgeleitet werden und eine Information über den Utrikulus liefern können.