SVV (Subjektive Visuelle Vertikale)

SVV oder Subjektive Visuelle Vertikale

Die SVV ist eine Abkürzung für den Begriff Subjektive Visuelle Vertikale. Es handelt sich um eine Untersuchung, aus der man Rückschlüsse, unter anderem auf die Funktion des Utrikulus (eines Schwerkraftorganes), ziehen kann.

Ein gesunder Mensch ist in der Lage die Position des Kopfes in Relation zur Umwelt bis auf eine Abweichung von weniger als 3 bis 5° genau abzuschätzen, selbst wenn man ihm die Sicht nimmt. Wenn diese Funktion gestört ist, z.B. durch einen Nervenschaden, dann werden Schräglagen falsch eingeschätzt und auch optisch falsch wahr genommen. Aus diesem Grund gibt es an Bord jedes Flugzeuges eine Art Wasserwaage, die man den „Horizont“ nennt. Piloten sind verpflichtet oder dazu angehalten, eher dem Instrument als Ihren eigenen Sinnen zu vertrauen.

Wenn die Schwerkraftorgane erkrankt sind, dann nimmt man Schräglagen falsch wahr. Es kann auch zu einem Schwankschwindel kommen. Um zu verhindern, dass ein Pilot die Schräglage seines Flugzeuges falsch einschätzt, ist in jedem Cockpit ein künstlicher Horizont. Ein Pilot ist dazu angehalten, dieser Einrichtung mehr zu glauben, als seinen Sinnen.

In unserer Ambulanz bekommt der Patient eine Lichtundurchlässige Brille aufgesetzt. In dieser Brille ist ein kleiner Computerbildschirm angebracht und es wird eine Kerze darauf projiziert. Der Proband muss jetzt versuchen die Kerze Vertikal (also Senkrecht / Aufrecht) gerade zu stellen. Hierzu erhält er eine Fernsteuerung mit zwei Tasten in die Hand. Durch Betätigung der Tasten, kann er die Kerze nach rechts oder links um die eigene Drehachse bewegen. Wenn er die Kerze seiner Meinung nach gerade gestellt hat. drückt eine Bestätigungstaste.

SVV (Subjektive Visuelle Vertikale)
Die SVV oder Subjektive Visuelle Vertikale ist eine Untersuchung der Schräglagenwahrnehmung

Wichtig ist, dass die Kerze in Beziehung zur Umwelt gerade gestellt wird, und nicht in Richtung des Kopfes (Also als wenn man eine brennende Kerze mit geschlossenen Augen vor sich auf den Tisch stellen wollte)

Die Untersuchung wird in Kopf – Neutral Position und bei 15 und 30° Kopfneigung  mehrfach durchgeführt. Abweichungen über 5° von der objektiven Vertikale werden als krankhaft gewertet. Es wird ausgewertet ob und in welcher Position die Lage der Kerze überschätzt oder unterschätzt wird.

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