BERA

BERA (Hirnstamm Audiometrie)

Unter BERA versteht man die Messung von elektrischen Impulsen, die man auf der Haut ableiten kann, wenn ein Ton vom Ohr zum Gehirn weiter geleitet wird. Die Abkürzung steht für Brainsteam Evoked Response Audiometry – auf Deutsch so in etwa: Vom Hirnstamm ausgehende Hör – Antwort.
Man bezeichnet diese Untersuchung auch als FAEP’s (Frühe akustische Potentiale), weil hier nur die ersten  10 ms nach dem Reiz  untersucht werden. (Streng genommen sind es zwei verschiedene Messverfahren, die BERA setzen HNO – Ärzte ein, die FAEP’S Neurologen – Die Ergebnisse sind vergleichbar.

Die BERA liefert meistens schon sehr früh Hinweise auf Störungen die hinter dem Ohr oder dem Gleichgewichtsorgan liegen. So verzögert sich die Reiz – Weiterleitung z.B. bei Tumoren des Gleichgewichtsnerven (sogenannten Vestibularisschwannomen). Auch bei der Multiplen Sklerose als Ursache für Schwindel, kommt es zu einer Verlängerung der Nerven Leitgeschwindigkeit.

BERA
Hirnstammaudiometrie (BERA – Brainsteam Evoked Response Audiometry)

Bei der Untersuchung werden Elektroden auf der Stirn, dem Jochbein und hinter den Ohren auf dem sogenannten Warzen – Fortsatz aufgeklebt. Dann werden Töne oberhalb der Hörschwelle seitengetrennt vorgespielt. Es kommt zu charakteristischen Wellen aus denen man auf die verschiedenen Umschaltpunkte im Verlauf der Hörbahn schließen kann. Die einzelnen Wellen werden mit Ziffern Römisch Eins bis Fünf durchnummeriert. Für den Arzt sind die Kurvenabstände und die Gesamtlaufzeit der Kurven wichtig.

Besonders die Welle V spielt hier eine Rolle, da sie am besten und längsten erkennbar ist, wenn die Lautstärke des Tonsignals gedrosselt wird. Bei der Bestimmung der Hörschwelle reduziert man so lange die Lautstärke, bis die Welle V nicht mehr zu erkennen ist.

Eine Weiterentwicklung der BERA sind die Untersuchungen ASSR und AABR, bei diesen Untersuchungen geht es aber eher um die Überprüfung des Hörvermögens als um die Nervenleitgeschwindigkeit.

Die BERA ist in einer Schwindelambulanz eine unverzichtbare Untersuchung. Sie besitzt eine sehr hohe Aussagekraft, ist einfach durchführbar und für den Patienten nicht belastend. Wichtig ist auch zu erwähnen, dass es sich hier um eine objektive Untersuchung handelt. Weder Patient noch Untersucher können hier eine Erkrankung vortäuschen.